
Photos: Amref International University
Herzlichen Glückwunsch an MaggoCare zum 3. Platz des Businessplan-Wettbewerbs des Programms „From Idea to Impact – Building a Public Health (Social) Enterprise“!
Als die Gründerinnen und Gründer von MaggoCare erlebten, wie Maden eine stark verschlechterte Wunde erfolgreich behandelten – eine Methode, die oft erst als letzter Ausweg eingesetzt wird –, entstand die Idee für ihr Unternehmen im Bereich öffentliche Gesundheit.
MaggoCare hat sich zum Ziel gesetzt, medizinisch gezüchtete Maden für die sogenannte Madentherapie (Maggot Debridement Therapy, MDT) anzubieten. Sie gilt als kostengünstige, biologische Alternative zur Behandlung chronischer Wunden – etwa bei Diabetes, Druckgeschwüren, tiefen Verletzungen oder infizierten, nicht heilenden Wunden.
„Als medizinische Fachpersonen erleben wir immer wieder, wie stark unterversorgte Bevölkerungsgruppen unter chronischen Wunden leiden – Wunden, die nicht nur körperlich schmerzhaft sind, sondern auch emotional und finanziell belasten. Wir haben gesehen, wie Patientinnen und Patienten nach mehreren erfolglosen Behandlungen die Hoffnung verlieren, aufgrund von Geruch sozial ausgegrenzt werden oder im schlimmsten Fall vermeidbare Amputationen erleiden, weil ihnen der Zugang zu wirksamer Versorgung fehlte.“
MaggoCare möchte genau hier ansetzen und diese Situation verändern.
Im Rahmen des Businessplan-Wettbewerbs erhielten die Gründerinnen und Gründer eine Anschubfinanzierung zur Umsetzung ihrer Idee. Der Wettbewerb markierte den Abschluss ihrer einjährigen unternehmerischen Ausbildung im Programm „From Idea to Impact“, das von der Amref International University (AMIU) und der Familie Larsson-Rosenquist Stiftung angeboten wird. Insgesamt nahmen 22 Studierende teil, die dabei zentrale Kompetenzen entwickelten und ihre Geschäftsideen weiter schärften.
MaggoCare wurde von Dennis Kioko, Sharon Bhoke, Beatrice Kilai, Jason Kimoi, Harriet Mumbi und Esther Nadzua gegründet. Während ihrer klinischen Ausbildung am Kenyatta University Teaching, Referral and Research Hospital erlebten sie die „aussergewöhnlichen Ergebnisse“ der Madentherapie aus erster Hand. Auch das medizinische Personal vor Ort bestärkte sie darin, ihre Idee weiterzuverfolgen.
„Unser Ziel ist es, sicherzustellen, dass kein Patient und keine Patientin aufgrund fehlender Ressourcen oder mangelnder Aufklärung leiden muss. Wir wollen eine erschwingliche und zugleich hochwirksame Methode zur Wundreinigung zugänglich machen. Gleichzeitig möchten wir die Wahrnehmung der Madentherapie verändern und sie stärker in die reguläre Wundversorgung in Kenia und Afrika integrieren. Gesundheitsversorgung ist ein Recht, kein Privileg“, so das Team.
Nächste Schritte zur Umsetzung
Da MaggoCare derzeit noch über keine eigene Produktionsstätte verfügt, plant das Team den Aufbau einer kleinen, kontrollierten Produktion für medizinisch gezüchtete Maden. Dafür sollen Partnerschaften mit bestehenden Laboren – beispielsweise an der University of Nairobi – eingegangen werden, um von Beginn an sterile Bedingungen und eine hohe Qualität sicherzustellen.
Parallel dazu sollen Kooperationen mit Spitälern aufgebaut werden, um Pilotprojekte zu lancieren. Obwohl die Madentherapie vielen Fachpersonen im Gesundheitswesen bereits bekannt ist, wird sie bislang nur selten eingesetzt – unter anderem aufgrund eingeschränkter Verfügbarkeit sowie bestehender Vorbehalte gegenüber der Methode.
Die Gründerinnen und Gründer sind überzeugt: „Durch eine zuverlässige, sterile Bereitstellung von Maden sowie klare und einfach umsetzbare Anwendungsprotokolle können diese Hürden überwunden werden.“
Rat an angehende Unternehmerinnen und Unternehmer
„Einfach Anfangen. Den perfekten Zeitpunkt gibt es nicht – und ganz bereit fühlt man sich selten. Wer zu lange wartet, läuft Gefahr, gar nicht erst loszulegen. Entscheidend ist, an die eigene Idee zu glauben und auch dann dranzubleiben, wenn vieles noch ungewiss ist.
Ebenso wichtig ist es, stets nah am Problem zu bleiben, das man lösen möchte und den Fokus zu behalten.
Herausforderungen gehören dazu. Sie sind Teil des Prozesses und helfen, Ideen weiterzuentwickeln. Wichtig ist, offen zu bleiben, kontinuierlich zu lernen und sich immer wieder anzupassen.“
Erfahren Sie mehr über das Programm hier.