
Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Schweiz nur bedingt stillfreundlich ist.
Die Ergebnisse decken sich mit Erkenntnissen aus anderen Ländern und machen deutlich, dass viele Länder vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Im Einklang mit dem Motto der Weltstillwoche 2026 "Strengthening What Works: New Evidence to Accelerate Investment in Breastfeeding" bekräftigt die FLRS ihr Engagement für wissenschaftlich fundierte Ansätze, die das Wissen über das Stillen sowie stillfördernde Strukturen und Praktiken in der Schweiz und weltweit stärken.
Die FLRS war alleinige Förderin der Studie "Becoming Breastfeeding Friendly" (BBF), die von der ZHAW School of Health Sciences durchgeführt wurde. Die Studie untersuchte, wie sich die Stillförderung in der Schweiz gezielt stärken lässt, und entwickelte konkrete Empfehlungen zur Verbesserung der nationalen Rahmenbedingungen. Dazu gehören die Erarbeitung einer nationalen Stillstrategie mit Massnahmeplan, eine stärkere politische Verankerung der Stillförderung sowie die systematische Integration von Stillfachwissen in die Aus- und Weiterbildung von Gesundheitsfachpersonen.
Die Empfehlungen zeigen, an welchen Stellen die politischen und institutionellen Rahmenbedingungen für das Stillen verbessert werden können. Sie bestätigen zugleich die Ergebnisse weiterer BBF-Studien, die von der Stiftung in verschiedenen Ländern unterstützt wurden. Diese Übereinstimmung macht deutlich, dass viele Herausforderungen länderübergreifend bestehen und somit eine langfristige, globale Stillförderung notwendig ist.
"Die Ergebnisse bieten eine starke Grundlage, um die Stillförderung in der Schweiz gezielt weiterzuentwickeln. Sie zeigen zugleich, dass die Schweiz viele Herausforderungen mit anderen Ländern teilt. Wir sehen die Empfehlungen als wertvollen Impuls für weitere Entwicklung und danken dem Studienteam, den Expertinnen und Experten, die die wissenschaftliche Evidenz geprüft und die Empfehlungen erarbeitet haben, sowie den Fachpersonen, die ihre Erfahrung in den Interviews eingebracht haben", sagt Dr. Katharina Lichtner, Geschäftsführerin der FLRS. "Gleichzeitig liefern die Ergebnisse wichtige Erkenntnisse für Breastmilk for Life (BFL), eine Initiative, die systematisch untersucht, welche Hindernisse Familien am erfolgreichen Stillen hindern."
Den vollständigen Bericht zur Studie finden Sie hier.
Beispiele für FLRS-Projekte mit konkreter Wirkung
Breastmilk for Life – Ghana
Gemeinsam mit dem ghanaischen Gesundheitsministerium und dem Ubora Quality Institute entwickelte die FLRS einen systematischen Prozess, um die grössten Hindernisse für erfolgreiches Stillen zu identifizieren und darauf aufbauend einen umfassenden, vollständig budgetierten Massnahmenplan für das Land zu entwickeln. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sowie praktische Instrumente, Vorlagen, Beispiele und Erfahrungen aus der Umsetzung wurden im Breastmilk for Life (BFL) Handbook & Toolkit gebündelt, das in Kürze kostenlos auf LactaHub verfügbar sein wird. Es unterstützt Organisationen dabei, politische Strategien, Gesundheitssysteme und Programme zur Stillförderung evidenzbasiert und praxisnah weiterzuentwickeln.
Nourished Truth – Südafrika
Gemeinsam mit der University of the Western Cape und HEALA entwickelte die FLRS einen standardisierten Prozess, der es Ländern ermöglicht, massgeschneiderte Advocacy- und Kommunikationskampagnen zu entwickeln. Ziel ist es, Stillentscheidungen besser vor dem Einfluss der Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten zu schützen. Das Ergebnis ist eine auf die Herausforderungen Südafrikas zugeschnittene Kampagne. Gleichzeitig steht der erprobte Ansatz allen Interessierten kostenlos im Nourished Truth Operational Toolkit zur Verfügung – einem praxisorientierten Leitfaden für die Entwicklung und Umsetzung wirksamer Advocacy- und Kommunikationsstrategien zur Förderung des Stillens.
Das Toolkit ist kostenlos für Sie auf LactaHub verfügbar.
Am 5. August veranstaltet HEALA zudem ein kostenloses Webinar, in dem das Projekt und das Toolkit vorgestellt werden.
Stillen in humanitären Krisensituationen
Gemeinsam mit dem Centre for Global Child Health am Hospital for Sick Children (SickKids) entwickelt die FLRS praxistaugliche, standardisierte Handlungsleitfäden für unterschiedliche Arten humanitärer Krisen. Ziel ist es, die Unterstützung stillender Mütter in Notsituationen rasch und wirksam zu verbessern und dabei vorhandene Ressourcen optimal zu nutzen. Die Leitfäden sollen Müttern helfen, die infolge von Naturkatastrophen, klimabedingten Ereignissen oder bewaffneten Konflikten vertrieben wurden. Weitere Informationen zu diesem Projekt folgen in Kürze.
LactaHub – Evidenzbasiertes Wissen rund um Stillen und Muttermilch
LactaHub ist eine kostenlose Wissensplattform für evidenzbasierte Informationen rund um Stillen und Muttermilch. Sie stellt Gesundheitsfachpersonen, politischen Entscheidungsträgern, Forschenden und weiteren Interessierten wissenschaftlich fundierte Ressourcen und praktische Instrumente zur Verfügung. LactaHub ist ein gemeinsames Projekt der Familie Larsson-Rosenquist Stiftung und des Global Health Network der Universität Oxford.
Diese Projekte zeigen beispielhaft, wie sich die FLRS dafür einsetzt, wirksame Ansätze zu stärken und wissenschaftliche Erkenntnisse in nachhaltige Veränderungen zu überführen. Ganz im Sinne des diesjährigen Mottos der Weltstillwoche: Strengthening What Works.
Anlässlich der Weltstillwoche danken wir unseren Partnern und Unterstützern für mehr als ein Jahrzehnt der Zusammenarbeit, wissenschaftlicher Erkenntnisse und des gemeinsamen Engagements, evidenzbasierte Erkenntnisse in konkrete Projekte und nachhaltige Veränderungen zu überführen.
Gemeinsam wollen wir diesen Weg weitergehen und innovative, wirksame Lösungen fördern, damit jedes Kind durch die Vorteile der Muttermilch den bestmöglichen Start ins Leben erhält.